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Was sind Antiallergika und wie wirken sie?

Antiallergika sind Medikamente, die zur Behandlung allergischer Reaktionen eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Freisetzung von Histamin blockieren, einem Stoff, der bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet wird. Histamin ist verantwortlich für typische Allergiesymptome wie Juckreiz, Schwellungen, Rötungen und Atemnot.

Es gibt verschiedene Arten von Antiallergika, die auf unterschiedliche Weise wirken. Die meisten wirken als Antihistaminika, indem sie Histamin-Rezeptoren blockieren. Manche Antiallergika verhindern auch die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen. Diese Medikamente sind sowohl zur akuten Behandlung als auch zur Vorbeugung von Allergien geeignet.

Die Wirkung setzt normalerweise innerhalb von 15 bis 30 Minuten ein. Für beste Ergebnisse sollten Antiallergika regelmäßig eingenommen werden, besonders während der Allergie-Saison. Sie sind rezeptfrei erhältlich und gelten als sehr sicher bei Einhaltung der empfohlenen Dosierung.

Antihistaminika der ersten und zweiten Generation

Antihistaminika werden in zwei Generationen eingeteilt. Die Antihistaminika der ersten Generation wirken schnell, können aber müde machen, da sie die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Bekannte Vertreter sind Dimetinden und Clemastin.

Die modernen Antihistaminika der zweiten Generation verursachen weniger Müdigkeit, da sie die Blut-Hirn-Schranke kaum überwinden. In Deutschland sind folgende Wirkstoffe erhältlich:

  • Loratadin – Ein beliebtes Antihistaminikum, das bei Heuschnupfen und Nesselsucht wirksam ist. Es ist unter Markennamen wie Lisino und Co-Loratadin erhältlich. Die Wirkung hält bis zu 24 Stunden an.
  • Cetirizin – Wird häufig bei allergischen Reaktionen und Heuschnupfen verwendet. Bekannte Produkte sind Cetirizin-ratiopharm und Zaditor. Es wirkt schnell und ist sehr verträglich.
  • Desloratadin – Ein modernes Antihistaminikum mit einer Wirkungsdauer von 24 Stunden. Es ist unter dem Namen Aerius bekannt und wird bei schweren Allergien empfohlen.
  • Fexofenadin – Gilt als eines der sichersten Antihistaminika. Markenprodukte sind Telfast und Fexofenadin-ratiopharm. Es interagiert kaum mit anderen Medikamenten.

Diese Wirkstoffe sind ideal für Menschen, die während des Tages aktiv sein müssen, da sie keine signifikante Müdigkeit verursachen.

Nasal- und Augentropfen gegen Allergien

Für lokale allergische Reaktionen sind Nasal- und Augentropfen besonders wirksam. Sie bieten eine gezielte Behandlung direkt am Ort der Allergie.

Nasalsprays mit Antihistaminika wie Azelastin sind sehr beliebt in Deutschland. Sie lindern Nasenverstopfung, Niesen und Nasenjucken schnell. Produkte wie Allergodil bieten schnelle Erleichterung bei Heuschnupfen. Augentropfen enthalten oft Cromoglikat-Natrium oder Ketotifen und helfen bei juckenden, tränenden Augen und Bindehautentzündungen durch Allergien. In deutschen Apotheken sind Produkte wie Zaditor und Vividrin erhältlich.

Nasalsprays mit Kortikosteroiden wie Fluticason sind ebenfalls sehr wirksam. Sie reduzieren Entzündungen direkt in der Nase. Diese sollten jedoch nur nach ärztlicher Empfehlung verwendet werden. Für beste Ergebnisse sollten Nasalsprays richtig angewendet werden. Die Dosierung liegt normalerweise bei ein bis zwei Sprühstößen pro Nasenloch. Bei Augentropfen ist wichtig, sie regelmäßig zu instillieren, besonders während der Pollensaison.

Chromone und Leukotrienrezeptor-Antagonisten

Chromone sind eine spezielle Klasse von Antiallergika, die die Freisetzung von Histamin und anderen Entzündungsstoffen verhindern. Natriumcromoglikat ist das bekannte Beispiel und wird oft zur Vorbeugung verwendet. Es ist besonders wirksam, wenn es vor dem Kontakt mit dem Allergen angewendet wird.

Leukotrienrezeptor-Antagonisten wie Montelukast sind moderne Antiallergika, die bei Asthma und Allergien eingesetzt werden. In Deutschland ist Montelukast unter dem Namen Singulair bekannt. Dieser Wirkstoff blockiert die Wirkung von Leukotrienen, die bei allergischen Reaktionen eine wichtige Rolle spielen.

Montelukast wird häufig bei allergischem Asthma und chronischen Allergien verschrieben. Es wird abends als Tablette eingenommen und zeigt gute Ergebnisse bei der Reduktion von Allergiesymptomen. Die Verträglichkeit ist sehr gut, und Nebenwirkungen sind selten. Diese Medikamente sind besonders für Menschen geeignet, die unter chronischen Allergien leiden oder bei denen herkömmliche Antihistaminika nicht ausreichend wirken.

Kortikosteroide als Antiallergika

Kortikosteroide sind sehr wirksame Antiallergika, die Entzündungen reduzieren und das Immunsystem abschwächen. Sie sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich.

Nasale Kortikosteroide wie Fluticason und Mometason sind die erste Wahl bei mittelschweren bis schweren Heuschnupfensymptomen. Produkte wie Nasonex und Nasacort wirken sehr effektiv bei Nasenverstopfung und Entzündungen. Inhalative Kortikosteroide werden bei Asthma eingesetzt und reduzieren Entzündungen in den Atemwegen und verhindern Asthmaanfälle. In Deutschland erhältliche Produkte sind Fluticason Inhaler und Budesonid-haltige Sprays.

Topische Kortikosteroide in Form von Cremes und Salben helfen bei Hautallergien und Ekzemen. Sie reduzieren Juckreiz, Rötung und Schwellung schnell und effektiv. Kortikosteroide sollten jedoch mit Vorsicht und nach ärztlicher Beratung angewendet werden, da bei langfristiger Verwendung Nebenwirkungen möglich sind. Für lokale Anwendungen sind sie in der Regel sehr sicher.

Natürliche und pflanzliche Antiallergika

Neben chemischen Antiallergika gibt es auch natürliche Alternativen, die bei leichten bis mittelschweren Allergien helfen können:

  • Quercetin ist ein natürlicher Pflanzenstoff mit antiallergischen Eigenschaften. Es kommt in vielen Früchten und Gemüsesorten vor und ist auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Quercetin kann die Histaminfreisetzung reduzieren.
  • Pestwurz ist eine Pflanze, deren Extrakt bei Heuschnupfen und allergischem Schnupfen wirksam ist. In Deutschland sind Präparate wie Petasites erhältlich. Studien zeigen, dass Pestwurz genauso wirksam wie manche Antihistaminika sein kann.
  • Kamille und Thymian sind traditionelle Heilkräuter mit antiallergischen Eigenschaften. Tees und Inhalationen können bei leichten Allergiesymptomen helfen.
  • Probiotika können die Immuntoleranz verbessern und allergische Reaktionen reduzieren. Eine ausgewogene Darmflora unterstützt das Immunsystem.

Diese natürlichen Alternativen sind mild und haben weniger Nebenwirkungen. Sie eignen sich besonders für Menschen, die chemische Medikamente meiden möchten. Allerdings sind sie bei schweren Allergien möglicherweise nicht ausreichend wirksam.